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WM 2022 Racice




Weltmeisterschaften Racice (Tschechien) 2022

Nach einer langen Saison war es nun endlich soweit, die WM stand vor der Tür. Doch da die WM über eine ganze Woche ausgetragen wird und wir bereits fünf Tage vor dem ersten Start angereist waren, galt es zwischen den Trainings viel Zeit im Hotelzimmer zu warten und sich zu erholen. Und warten macht nervös! So stieg die Spannung immer mehr an, bis es dann schliesslich am Montag dem 19. September endlich mit dem Vorlauf losging.

Das erste Rennen an der WM finde ich persönlich immer das schlimmste. Man hat ein ganzes Jahr nur für diesen Moment trainiert, weiss nicht wie sich die anderen Mannschaften entwickelt haben und es beginnt alles wieder bei Null. So war ich ziemlich nervös und dann sass ich noch an einer neuen Position. Zum ersten Mal in dieser Saison sass ich nicht auf Schlag, sondern auf der Konterposition. Ein Platz, der mir eigentlich ziemlich gut gefällt, doch war es trotzdem noch neu für mich. Die erste Stufe für den Einzug ins Halbfinale meisterten wir recht souverän. Mit dem zweiten Platz sicherten wir uns den direkten Einzug ins Halbfinale. Und wir waren uns nach dem Rennen alle einig, da geht noch mehr.

So hatten wir nach dem Vorlauf wieder drei Tage Zeit, um uns zu erholen und wiederum nervös zu werden. Denn auch diesmal mussten wir uns viel im Zimmer gedulden und möglichst viel Energie sparen. Zwischendurch gabs mal einen kleinen Spaziergang durch das kleine Dorf, um uns etwas abzulenken.

Der Vorlauf ist zwar nervenaufreibend, doch ein Halbfinale ist es erst recht. Man muss den dritten Rang erreichen, um in das grosse Finale zu kommen - und dies war unser Ziel. Langsam stieg der Druck, doch wir zeigten ein sehr starkes Rennen. Die Chinesinnen (Olympiasieger 2021) setzten sich bald an die Spitze und wir lieferten uns mit den Ukrainerinnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Ziel. Sie belegten mit nur knapp einer halben Sekunde vor uns den zweiten Rang. Der dritte Rang hatten wir auf sicher und er wurde uns auch von keinem Boot streitig gemacht, denn zum vierten Rang hatten wir circa sechs Sekunden Vorsprung. Und mit diesem Rennen haben wir Geschichte geschrieben. Denn noch nie zuvor hatte sich ein schweizer Frauengrossboot für das A-Finale (Top 6) an einer Weltmeisterschaft qualifiziert. Mit einem sehr guten Gefühl waren wir bereit für das Finale. Die Zeiten der vergangenen Rennen versprachen, dass es spannend werden sollte. Denn aus beiden Vorläufen waren die Zeiten sehr nahe beieinander. Es waren total vier der sechs Boote innerhalb einer Sekunde.

Nach weiteren zwei Tagen war es endlich soweit. Unser/Mein erstes grosses Finale an einer WM stand an. Was für ein tolles Gefühl. Es tut gut, endlich den Schritt dahin geschafft zu haben. Der Druck stieg zwar, allerdings hatten wir nichts zu verlieren. Genau so sind wir gefahren, wir sind unglaublich mutig und schnell in das Rennen gestartet. Eberhard Rehwinkel (mein ehemaliger Clubtrainer) würde sagen: «Ihr seid rausgefahren wie die Feuerwehr!». Der schnelle Start hat uns dann aber doch etwas Energie gekostet und wir mussten etwas einstecken, so überquerten wir die vorletzte Zwischenzeit auf dem sechsten Rang. Doch dies liessen wir nicht auf uns sitzen, wir gaben alles, was noch in uns steckte und sprinteten bis zum letzten Meter. Dies hat sich ausbezahlt, mit 0.01 Sekunden konnten wir die Australierinnen noch abfangen. Wir wussten dies aber sehr lange nicht, erst beim Boot abbauen, über 30 Minuten nach dem Rennen, hat uns unser Trainer Nick mitgeteilt, dass wir den 5. Rang erreicht hätten und dies eine tolle Leistung sei. Eine tolle Nachricht zum Saisonende! Nun heisst es für uns alle endlich mal Ferien machen, einfach mal abschalten und ein paar sportfreie Tage zu geniessen.







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